Lexikon – Fleischarten – Kobe Rind

Kobe Steak

Kobe Steak

Das Kobe-Rind (jap. 神戸牛, Kōbe-gyū, dt. „Kōbe-Rindfleisch“) bezeichnet Rinder aus der Region um Kobe. Es ist keine eigene Hausrindrasse, sondern lediglich eine Herkunftsbezeichnung für die Rasse der Tajima-Rinder.

Die Rinder werden außerhalb Japans häufig auch als Wagyu bezeichnet, was jedoch eine Sammelbezeichnung ist, unter die außer den Tajima-Rindern auch andere japanische Rinderrassen fallen.

Der Import von Koberindfleisch in die EU ist nicht möglich, weil es in ganz Japan keinen Schlachthof mit EU-Zulassung gibt, der Koberinder schlachtet.

Das Fleisch der Rinder hat eine besonders mürbe Struktur und eine exzellente Marmorierung mit feinen Fettäderchen. Das Rindfleisch ist das am besten und stärksten marmorierte Fleisch aller Rinderrassen. Außerdem hat das Fleisch den geringsten Anteil gesättigter Fettsäuren.

Um das Koberind ranken sich alle möglichen Mythen und Geschichten. Tatsache ist, dass Rinder aus Kobe im Schnitt dreimal so viel Zeit wie ein herkömmliches Rind benötigen bis sie schlachtreif sind. Bis dahin werden in der Regel keine künstlichen Wachstumshormone oder Antibiotika usw. verwendet. Auch sind die Rinder etwa um 1/3 kleiner bzw. leichter als normale Fleischrinder. Das allein macht die Haltung aufwändig und teuer.

Ziel aller Züchter ist es jedoch das „beste“ Rindfleisch der Welt als Delikatesse zu erzeugen. Um dieses Ergebnis zu bekommen wird die genaue Fütterung und Haltung von jedem Züchter geheim gehalten. Aufgrund der zum Teil besonders aufwändigen Zuchtmethoden in und um Kobe können dort die Bauern nur kleine Herden halten. Allerdings haben sie dadurch keinen finanziellen Nachteil, denn bereits mit dem Verkauf eines Rindes ist normalerweise das Jahreseinkommen gesichert. Kobe-Rindfleisch ist das teuerste Rindfleisch der Welt. Ein Kilo echtes Kobe-Rindfleisch kostet 400 bis 600 Euro, manchmal sogar noch mehr. Neben der sehr aufwändigen Zucht bestimmen auch die restriktiven Qualitätsmerkmale für echtes Kobe-Beef den Preis. Man sagt, dass jährlich nur etwa 4.000 Rinder diese hohen Qualitätsmerkmale erfüllen und als echtes Kobe-Beef innerhalb Japans verkauft werden dürfen.

Die Population außerhalb Japans entstand aus Tieren, die zu wissenschaftlichen Zwecken Mitte der 90er Jahre nach USA exportiert wurden. Aufgrund zunehmend steigender Nachfrage nach dem Fleisch entscheiden sich weltweit immer mehr Züchter, teilweise oder sogar komplett ihre Haltung auf das „Kobe-Rind“ umzustellen.

Speziell in USA und Australien verbreitet sich die Kobe-Zucht wie ein Lauffeuer. In Deutschland kamen 2006 die ersten derartigen Tiere zur Welt. Die Vermarktung von in Deutschland auf diese Weise erzeugtem Fleisch, lebenden Rindern, Embryonen oder Samen wird vom Wagyu-Züchterverband koordiniert.

Bild by © wuttichok

Das könnte Sie auch interessieren: